Ich sag es mal ganz unverblümt heraus: Ihr habt es hier mit dem letzten lebenden, lonesome Cowboy zutun. Dem James Dean des 21. Jahrhunderts, der verschnauzten, österreichischen Magnum-Version, wenn ihr so wollt. 

 

Egal wie Ihr mich nennt, Ihr wisst was ich meine. Furchtlos, mutig, charismatisch- so kennt mich die Welt, immer auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer, zieht es mich wie ein Getriebener durch die Lande. Genau so wollte ich mein weiteres Dasein fristen, genau so hätte es für mich immer weitergehen dürfen. Jedoch spielt das Schicksal kräftig Roulette mit mir- mein Leben hat sich heute schlagartig geändert.

 

Wie jeden Tag will ich frühmorgens ein wenig Sport machen und mir beim Laufen etwas die Beine vertreten. Doch als ich in der Lage bin, meine Augen zu öffnen, finde ich mich auf der Rückbank eines Autos wieder. Hat mir gestern jemand KO-Tropfen vor dem Schlafen gehen verabreicht, oder wie konnte ich, ohne es zu merken, hier im Auto landen? Gut angeschnallt bin ich nicht in der Lage, mich aus dem Sitz zu befreien. Ich versuche es mit wildem Geschrei- ohne Erfolg, denn aus dem Autolautsprecher ertönen laute Gitarrenriffs, die jede andere Geräuschkulisse im Keim ersticken. Durch den Rückspiegel kann ich das Gesicht einer Frau am Steuer ausmachen, dass mir irgendwie bekannt vorkommt. Das wundert mich weiters nicht, denn als Charmebolzen der Nation ist niemand in diesem Universums vor mir sicher. Gesichter kann in mir mitunter merken, aber auch da möchte ich mich nicht festnageln lassen. Also diese Frau auf dem Fahrersitz ist mir nicht unbekannt, was die Tatsache, dass ich hier im Auto gegen meinen Willen festgehalten werde, in keiner Weise mildert. 

Nach gefühlt einer halben Ewigkeit kommt das Auto endlich zum Stehen und ich kann vor uns das Schild: "Herrensee Litschau" ausmachen. Um Gottes Willen, durchzuckt es mich, was will die Dame hier mit mir anstellen? Will sie mich mit Ziegeln am Bein in den See stoßen? Habe ich ihr mit meinem heißblütigen Wesen etwas versprochen, was ich nicht halten konnte und nun reagiert sie deshalb völlig über? Wie wir wissen, können Frauen manchmal, na sagen wir, recht impulsiv werden. Sorry Ladies, nichts für ungut! Als Don Juan der körperlichen Ertüchtigung kann ich eben leider nicht überall gleichzeitig sein- auch wenn ich es gerne würde.

 

Also sollte hier im Herrensee- zumindest der Name des Gewässers wird meiner gerecht- das letztes Stündchen winken, wäre das äußerst bitter. Im Gedanken schon auf dem Grund des Wassers dahinsiechen, zieht mich die Frau plötzlich aus dem Auto, liebevoller als ich erwartet hätte, und setzt mich auf eine Parkbank. Zur Linken kann ich viele Leute in Badewäsche ausmachen, eine Menge junger Damen, die mich mit ihren nackten Reizen kurz von meiner Todesangst abzulenken wissen. Aber zu meiner Rechten erspähe ich etwas, dass mir in der Sekunde wieder das Blut in den Adern gefrieren lässt. Ich beginne zu zittern und möchte in die Welt schreien: "Kneift mich, damit ich weiß, dass das hier nur ein böser Traum ist!" Denn die Gestalt auf meiner rechten Seite sieht mir zum Verwechseln ähnlich. Alles, aber auch wirklich alles, ist bis ins kleinste Detail wie bei mir, Halleluja! Wie kann es sowas Perfektes ein zweites Mal geben? Ganz klar, hier geht wirklich Übles vor!

Ehe ich die Badegäste warnen kann: "Passt auf Kinder, geklonte Aliens 'invasieren' unseren Planeten", packt die Frau uns beide mit ihren Händen, mich links, den Alien rechts, und schwingt uns gleichmäßig gen Ufer. Auch wenn mir noch immer die Angst im Nacken sitzt, muss ich doch zugeben, dass die warme Brise, die mich dank der gleichförmigen, runden Bewegungen streift, einen wohligen Schauer bereitet. Auch mein Alter Ego zur Rechten (jaja, weiß, ich beruhige mich langsam wieder und sehe ein, dass es sich hier vielleicht doch um keinen Außerirdischen handelt) scheint die unverhoffte Wanderung zum See auch zu genießen. 

 

Plötzlich stellt uns beide die Frau am Platz nebeneinander auf und startet gemeinsam mit uns so in der Art 'halbe Liegestützen'. Über Minuten versucht sie auf uns gestützt das Gleichgewicht zu halten und ihren Oberkörper gegen die Bank zu drücken. Das war also ihr Plan! Na hätte sie das nicht gleich sagen können? So ein Drama hier veranstalten, mich so hinhalten für etwas, was mir quasi in die Wiege gelegt wurde. 

Mein Zwillingsbuddy und ich helfen der Frau dabei, das Gleichgewicht zu schärfen und ihre Arm- und Rückenmuskulatur zu stärken und den Rumpf zu stabilisieren. Ich hätte nicht für möglich gehalten, was man gemeinsam alles anstellen kann, aber seht selbst, wie toll wir hier alle trainieren. Am Ende meint die Frau, dass es ihr mit uns großen Spaß gemacht hat, das Training morgen gleich wiederholen möchte und packt uns schlussendlich zufrieden in ihre Trainingstasche. Mein neuer Freund und ich zwinkern uns zu- wir haben wirklich gute Arbeit geleistet. Ich muss zugeben, dass ich mit meinem zweiten Ich mittlerweile super klar komme. Vielleicht ist es ja gar nicht so übel, wenn es noch einen weiteren coolen Typen wie mich am Markt gibt. Zu Zweit können wir bestimmt noch viel mehr Herzen erobern und Leute zum Sport animieren und dabei begleiten- quasi zwei Cowboys, eine Mission. 

Ah ja, wir haben uns ja noch gar nicht vorgestellt: unser Name ist Hoops, Hand Hoops. 

 

Die Göttin in dir!
*****
Mein Mann überrascht mich immer wieder. Jetzt sind wir schon einige Jahre zusammen und trotzdem kehrt nie Langeweile in unsere Beziehung ein. Sei es, dass er mich zu einem Kurzurlaub entführt, mit einem Candle Light-Dinner verwöhnt, oder dass er mir neue Kleidungsstücke mit nach Hause bringt - mein Mann ist einfach großartig.

Und jetzt hat er Karten für die Operette "Der Vogelhändler" bei den Mörbischer Seefestspielen besorgt. Das Stück liebe ich über alles und freue mich riesig drauf. Da ich meine beste Freundin so selten sehe, hat mein Mann kurzerhand sie und ihren Mann gefragt, ob sie vielleicht mit uns kommen möchten. Und ob sie das wollen! Somit kann ich es kaum erwarten, dass das Wochenende Einzug hält und wir vier uns auf die Reise ins schöne Burgenland aufmachen. Als es dann endlich Samstag ist, springe ich frühmorgens aus dem Bett und verziehe mich klammheimlich ins Badezimmer.

Heute soll mein Mann stolz auf seine Frau sein, er soll mich bewundern, wie am ersten Tag und ich möchte heute seine Göttin sein. Ich bade mich lange, gebe mich lustvoll der Körperpflege hin und creme anschließend meine Haut mit einer wohlduftenden Bodylotion ein- ich fühle mich wie eine junge Blume, die gerade von leichten Sonnenstrahlen geküsst wird.

Ok, das klingt jetzt doch etwas zu schmalzig, einem Schundroman gleich, sorry.

Ich fühle mich einfach gut und freue mich auf den Moment, wenn mich mein Mann sieht und ihm vor Freude der Atem stockt. Auf leisen Sohlen schleiche ich mich ins Schlafzimmer, schnappe mir mein heißgeliebtes, weißes Dolce & Gabbana - Kleid und ziehe mich damit wieder ins Badezimmer zurück. Dieses knielange und eng geschnittene Teil schmeichelt meiner Figur so sehr, als dass ich dafür schon viele bewundernde Blicke geerntet habe. Die viele Gartenarbeit in den letzten Wochen scheint sich auch bezahlt zu machen- meine schöne Bräune wird den perfekten Kontrast zum weißen Kleid abgeben.

Voller Vorfreude schlüpfe ich rein. Es klemmt ein wenig, als ich es über den Kopf ziehen möchte - ganz normal, mein Körper ist ja auch voller Creme und da flutscht es dann einfach nicht so. Aah, jetzt habe ich es geschafft. Nur noch an der Seite den Reißverschluss zumachen und fertig. Der klemmt auch ein wenig, aber mit etwas Bauch einziehen und Luft anhalten klappt auch das. So sieht eine Göttin aus, denke ich mir im ersten Moment. Aber da habe ich auch noch nicht Bekanntschaft mit meinem Spiegelbild gemacht.

Überall schießen Röllchen hervor, das Kleid ist jetzt nicht mehr knielang, sondern gleicht einem äußerst knappen Minirock und im Gesamten wirke ich in dem Designerfummel wie eine sehr teure Presswurst.

Du meine Güte, wie konnte das passieren? Im ersten Moment fällt mir nur eine logische Erklärung ein: ich habe das Kleid zu heiß gewaschen. Leider muss ich den Gedanken gleich wieder verwerfen. Ich habe es nie selbst gewaschen, sondern immer brav in die Reinigung gebracht. Aber kann es sein, dass ich plötzlich wie ein Gugelhupf aufgegangen bin? Wann ist das denn bitte passiert? Nehme ich mich gerade selbst so wenig wahr und warum sagt mir denn niemand was? Ich gleiche einer Dampfwalze auf zwei Beinen!

In diesem Moment klopft es an der Badezimmertür. Mein Mann möchte zu mir reinkommen. Schnell quäle ich mich aus dem engen Kleid raus, wische mir verstohlen die Tränen aus dem Gesicht und öffne ihm die Tür. Er hält einen schwarzen Stoff vor seinen Körper und meint: "Ich glaube, dass heute ein guter Tag für ein neues Kleid ist. Dolce & Gabbana dürfen mal pausieren", nett formuliert, "und daher zieh doch bitte dieses Teil an".

Ich weiß noch gar nicht wie mir geschieht und greife etwas verdutzt nach dem Teil. Es ist ein wunderschönes, schwarzes, bodenlanges und luftiges Sommerkleid mit einer Konfektionsgröße, die fast mein aktuelles Alter überholt hat. Ich folge seinem Wunsch und streife mir das schwarze Kleid über. Und siehe da, es passt wie angegossen.

Bevor ich mich noch bedanken kann, nimmt mich mein Mann in den Arm und sagt mir, wie toll ich aussehe. Kurz darauf kommen auch schon unsere Freunde und wir vier brechen fröhlich zu unserer Kulturreise auf.

Den ganzen Tag über strahle ich vor Freude und Dankbarkeit, diesen wunderbaren Mann an meiner Seite zu haben und gebe mir selbst ein Versprechen:

Heute bin ich vielleicht die kleine Schwester einer Göttin, aber nächstes Jahr wird bei den Mörbischer Seefestspielen wieder "Weiß" getragen. Sobald wir zu Hause sind, packe ich meinen Hula Hoop Reifen von www.hoopyourbody.at und "erhoope" mir wieder meine alte Konfektionsgröße.

Aphrodite will be back!

 

 

 


 

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Mag. Marina Pichlbauer

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